Sw. Prem Sukhan
Über Meditation
''Und die fünfte Dimension (der Pädagogik) sollte die Kunst des Sterbens
sein.
Zu dieser Dimension zählen alle Meditationen, damit du die Erfahrung machen
kannst, daß es keinen Tod gibt,
damit dir bewußt werden kann, daß es in dir ein ewiges Leben gibt.
Das sollte eine ganz wesentliche Rolle spielen,
denn jeder Mensch muß sterben, keiner kann es umgehen. Und unter dem großen
Dach der Meditation kannst du Zen,
Tao, Yoga und Chassidismus kennenlernen, alle möglichen Arten zu meditieren,
die es schon lange gibt,
um die sich die Erziehung jedoch noch nie einen Deut gekümmert hat.
In dieser fünften Dimension solltest du dich auch mit den asiatischen Kampfsportarten
wie Aikido,
Jiu-Jitsu und Judo vertraut machen, mit der Kunst, sich ohne Waffen zu verteidigen,
die nicht nur der Selbstverteidigung dient,
sondern zugleich auch eine Form von Meditation ist.''.
(Osho, The Golden Future, 23.
Kapitel, bzw 'Das Buch der Kinder', Heyne)
Drei Zustandsformen von Energie
Die Energie des Menschen kann drei charakteristische Zustandsformen annehmen,
Konzentration, Kontemplation und Meditation.
In Konzentration wird Energie auf einen Punkt gerichtet, Energie geht nach aussen
und die objektive Welt,
die Wissenschaft ist von Bedeutung. Kontemplation meint, Energie ist zwischen
Innen und Aussen.
Poesie, Malerei, Musik, Tanz, Schönheit, die Gefühle...die Innenwelt
des Künstlers bringt sich in der Materie zum Ausdruck.
In Meditation verschwindet die Dualität von Subjekt und Objekt, von Beobachter
und Beobachtetem,
von Tanz und Tänzer, von Musiker und Musik.
Energie ist, und niemand darinnen - Bewußtsein, pure Subjektivität,
dies ist die Welt der Mystiker.
Alle drei Zustandsformen von Energie sind Möglichkeiten ein und desselben
Menschen.
Meditation und Technik
'Ich mache eine Meditation' sagt jemand, aber Meditation
lässt sich nicht machen, sie geschieht.
Was sich machen läßt, sind Techniken. Die Methode ist also
indirekt.
Ich tue etwas, damit ein Zustand des Nicht-Tuns geschehen kann.
Es gibt stille und dynamische Techniken, insgesamt 112. Alle Sinne,
alle Eigenschaften unseres 'body-mind'-Komplexes
sind als Türen zur Meditation geeignet. Ob jemand sitzt oder
tanzt sagt also nichts darüber aus,
ob es etwas mit Meditation zu tun hat oder nicht. Andersherum gesagt,
laufen kann eine Meditationstechnik sein,
oder auch beobachten des eigenen Einschlafens....
Alles, was eine Technik in unserem Inneren erzeugt hat, kann daher
keine Meditation sein, denn es hatte eine Ursache.
Meditation ist ohne Ursache.
Katharsis und Meditation
Beginnen wir zu beobachten, fängt der Körper an sich zu entspannen
- und umgekehrt.
Mit dem Beobachten zu beginnen ist einfacher, mit Entspannen, ein wenig schwieriger:
Beginnen wir zu entspannen, geht Energie nach Innen und wir werden uns vieler
Spannungen bewußt,
die wir vorher nicht wahrgenommen haben, weil unsere Energie nach Aussen gerichtet
war.
Diese Spannungen blockieren den natürlichen Zustand von Meditation. Wir
laufen Gefahr,
im Namen von Stille und Meditation den Körper in alter Gewohnheit einfach
weiter willentlich zu kontrollieren,
wenn er sich bewegen möchte weil der Körper juckt, etwas weh tut,
Gefühle der Ungeduld auftauchen...
ich aber jetzt doch grade in stiller Zazen Haltung meditieren möchte. Und
Kontrolle, Beherrschung des Körpers, ist das Gegenteil von Meditation.
Daher sind reinigende, also kathartische Prozesse sinnvoll und nötig, bevor
Meditation geschehen kann.
Wir erlauben dem Körper, seinen Impulsen zu folgen und alle verborgenen
Spannungen in einer spielerischen
und bewußten Form zum Ausdruck zu bringen.
Daher sind dynamische Meditationen für den westlich geprägten Menschen
eher geeignet.