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Atelier
für Tai Chi
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"Sämtliche östliche Techniken sind in
gewisser Weise unterdrückend.
Statt deine Wut, deine Traurigkeit oder deine Negativität
auszudrücken,
sind diese Techniken dazu gemacht, daß du die Emotionen ganz
höflich überreden kannst,
ins Unterbewußtsein, in den Keller zu verschwinden.
Darum werden Tai Chi Meister keine große Hilfe sein... aber
du kannst es allein herausfinden.
Lerne Tai Chi von ihnen, aber dann kannst du es auf sehr kathartische
Weise einsetzen.
Du kannst negative Emotionen durch Tai Chi Bewegungen hinauswerfen; sie
können so frei werden.
Du kannst diese Sache entwickeln, und es kann auch für andere
hilfreich sein. Es kann eine neue Dimension im Tai Chi werden.
(...) Der Osten ist sehr orthodox; sobald er einmal
herausgefunden hat, daß eine bestimmte Sache funktioniert,
wendet er sie nur auf diese Weise an.
Der Westen ist sehr experimentierfreudig, darum konnte der Westen vom
Ochsenkarren zum Raumschiff weitergehen.
Der Osten konnte das nicht; der Osten zieht noch immer den
Ochsenkarren, und es ist immer noch derselbe Ochsenkarren!
Im selben Ochsenkarren hat Buddha gesessen, im selben Ochsenkarren hat
Patanjali gesessen, im selben Ochsenkarren hat Laotse gesessen,
und im selben Ochsenkarren sitzt der Osten heute immer noch."
(Osho, 'Das Buch der Heilung', Heyne Verlag)
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Eine Geschichte erzählt über die Entstehung
dieser eigentümlichen Bewegungsform des Körpers, es
sei der Tanz von Göttern,
den Mönche in speziell beschaffenen Schlafkammern der alten
Klöster im Traum beobachteten.
Indem sie diese Tänze nachahmten, schufen die Mönche
Tai Chi.
Andere, mehr kontemplative Geister waren der Meinung, diese
stilisierten Bewegungen
hätten die Vorfahren den Tieren abgeschaut und nachempfunden.
Und wieder andere, die erdigen Realisten, halten Tai Chi für
die Quintessenz aus den Einsichten
der alten Kampfkunstmeister über den Körper und seine
ihm innewohnenden Möglichkeiten.
Das einfachste ist, wir halten alle drei Geschichten
für richtig.
In ihnen drücken sich unterschiedlichen Haltungen aus, die wir
zur Welt einnehmen können:
eine spirituelle (oder religiöse), eine ästhetische,
künstlerische - und die materielle, die wissenschaftliche
Haltung.
Wir können drei Arten von Feuer erkennen, die Glut,
die Flammen und das Licht.
Auf das Tai Chi übertragen bedeuten diese drei
Möglichkeiten:
Kampfkunst, als ein bewußter und spielerischer Umgang mit der
Wut, unserer elementaren Lebensglut.
Die Flammen als zweites - der grosse Regenbogen unserer 'Emotionen'
(auf deutsch Bewegungen also),
die unser Körper auszudrücken in der Lage ist.
Tai Chi ist eine Möglichkeit, Harmonie und Schönheit
zu empfinden, wenn Energie fließt...
Das dritte ist, um im Bild zu bleiben, das Licht der
Bewußtheit, Wachheit, Aufmerksamkeit... der Beobachter -
unser Körper ist ein Tor zur inneren Welt, daher ist Tai Chi
auch eine zur Meditation geeignete Technik.
Allgemein gesprochen können wir Tai Chi als eine
stille, fließende Bewegungsform beschreiben,
die neben dem gymnastischen Aspekt vor allem als Methode zum Ausgleich
des inneren Energieflusses geeignet ist.
Der spielerischer Umgang mit den entspannenden Bewegungen des
Tai Chi Chuan eröffnet uns
eine erste Ahnung von wei-wu-wei, tun durch nicht-tun, dem zentralen
Aspekt des TAO.
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Alchemie meint: Transformation von Energien. Die ultimative,
die letzte und erste Transformation von Energie also,
ist die vom ersten Zentrum unseres Körpers zum letzten - von
unbewußter Wut und Aggressivität,
unserem elementaren Überlebensimpuls, zu bewußtem
Sterben, zum Erwachen des Buddha, des Christus in uns.
Als physischer Körper leben wir im Energiefeld der Gravitation.
Unser Körper ist ein Ausdruck der Intelligenz des Lebens im
Kräftefeld der Gravitation.
Im Tai Chi ergründen wir in unendlichen Variationen, wie unser
Körper mit oder gegen die Schwerkraft fließt.
Wir sind schwer, wenn wir in einem Zustand leben, der gegen die
Schwerkraft geht - wir kämpfen.
Erlauben wir dem Körper, mit der Schwerkraft zu sein,
entdecken wir Leichtigkeit, Schwerelosigkeit...
Loslassen und Fallenlassen sind daher wichtigste Haltungen in der Tai
Chi Praxis.
Körper und Buddha sind also eins, oder besser gesagt
'nicht-zwei'.
Männlich und Weiblich - die Zwei
Energie hat zwei offensichtliche Erscheinungsweisen in Zeit
und Raum: den Impuls und den Fluß.
Im Blitz wandelt sich Energie im Moment, im Nu. Wenn eine
Glühbirne leuchtet, fließt Strom kontinuierlich.
Unser Körper hat zwei unterschiedliche Muskelsorten, die mit
längs- und die mit quergestreiften Muskelfasern.
Die eine kann lange tragen, wie die Rückenmuskulatur. Die
andere kann kurzfristig stark belastbar sein,
z.B. die Arm-Muskulatur. Frauen können mehr Dauerleistungen
ausführen,
Männer können im Moment größere
Energie abgeben... .
Beide Facetten sind Möglichkeiten ein und desselben
Körpers.
Der Fluß - die Drei
Energie hat drei Aspekte: plus und minus im statischen
Zustand, und 'plusminus' im fließenden Erscheinen.
Der Körper nimmt Energie auf (-), d.h., der Körper
ist nach innen hin aktiv, nach aussen hin passiv.
Der Körper gibt Energie ab (+), d.h. er ist nach innen hin
passiv, nach aussen hin aktiv.
Der Körper kann Energie wandeln (-+), dann ist der
Körper weder aktiv noch passiv...
Unsere alltäglichen Bewegungsmuster sind auf plus oder minus
hin polarisiert
und stehen scheinbar sich einander ausschließend
gegnüber.
Deswegen üben wir im Tai Chi den dritten Zustand, Impuls und
Haltespannung.
Die Elemente - Die Zwei und die Drei
Der Kreislauf von Energien innerhalb des 'body-mind-Komplexes'
wird traditionellerweise
mit der Fünf-Elemente-Lehre dargestellt. Die chinesische
unterscheidet sich von der indischen, diese wiederum
von der altgriechischen, so wie sie in Europa überliefert
wurde. In einem neutralen Konzept lassen sich
die fünf Elemente als fünf elementare Raum-Achten in
den Grundstrukturen der Bewegungen
des menschlichen Körpers in Raum und Zeit erfahren.
Die Bewegungsformen des physischen Körpers laufen parallel zu
den fünf Bausteinen der Musik,
als der Lehre von den elementaren Bewegungsformen der Seele...
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