Atelier für Tai Chi

Sonne und Mond Label

... ist ein Ort, der der Erforschung                                                                                          
des inneren Raumes gewidmet ist.
Dies kann bedeuten: ein Verlernen von Formen, ein Auflösen
fester Muster, den Mut zur Unsicherheit und ein Loslassen
von eingefahrenen Bewegungsmustern in allen Dimensionen.
Die langentwickelten Einsichten der Meister der inneren Kampfkünste
von der einen Seite und die zeitlose Sehweise der Meister der Meditation
von der anderen Seite sind uns dabei stete Anregung und Provokation.
Fühlt euch eingeladen, mit Freude und Freunden gemeinsam
nach innen zu schauen, zu forschen und zu entdecken.
Wir alle betreten Neuland - mit laughter, love and live...
                                                        Sukhan

                                        Texte:

Ein Anfang von Tai Chi

Über 'Alchemie'

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Osten und Westen  (Osho)

Fünf Dimensionen der Pädagogig (Osho)

Osten und Westen ?

"Sämtliche östliche Techniken sind in gewisser Weise unterdrückend.
Statt deine Wut, deine Traurigkeit oder deine Negativität auszudrücken,
sind diese Techniken dazu gemacht, daß du die Emotionen ganz höflich überreden kannst,
ins Unterbewußtsein, in den Keller zu verschwinden.
Darum werden Tai Chi Meister keine große Hilfe sein... aber du kannst es allein herausfinden.
Lerne Tai Chi von ihnen, aber dann kannst du es auf sehr kathartische Weise einsetzen.
Du kannst negative Emotionen durch Tai Chi Bewegungen hinauswerfen; sie können so frei werden.
Du kannst diese Sache entwickeln, und es kann auch für andere hilfreich sein. Es kann eine neue Dimension im Tai Chi werden.

 (...) Der Osten ist sehr orthodox; sobald er einmal herausgefunden hat, daß eine bestimmte Sache funktioniert,
wendet er sie nur auf diese Weise an.
Der Westen ist sehr experimentierfreudig, darum konnte der Westen vom Ochsenkarren zum Raumschiff weitergehen.
Der Osten konnte das nicht; der Osten zieht noch immer den Ochsenkarren, und es ist immer noch derselbe Ochsenkarren!
Im selben Ochsenkarren hat Buddha gesessen, im selben Ochsenkarren hat Patanjali gesessen, im selben Ochsenkarren hat Laotse gesessen,
und im selben Ochsenkarren sitzt der Osten heute immer noch."
(Osho, 'Das Buch der Heilung', Heyne Verlag)

 

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Ein Anfang von Tai Chi

Eine Geschichte erzählt über die Entstehung dieser eigentümlichen Bewegungsform des Körpers, es sei der Tanz von Göttern,
den Mönche in speziell beschaffenen Schlafkammern der alten Klöster im Traum beobachteten.
Indem sie diese Tänze nachahmten, schufen die Mönche Tai Chi.
Andere, mehr kontemplative Geister waren der Meinung, diese stilisierten Bewegungen
hätten die Vorfahren den Tieren abgeschaut und nachempfunden.
Und wieder andere, die erdigen Realisten, halten Tai Chi für die Quintessenz aus den Einsichten
der alten Kampfkunstmeister über den Körper und seine ihm innewohnenden Möglichkeiten.

Das einfachste ist, wir halten alle drei Geschichten für richtig.
In ihnen drücken sich unterschiedlichen Haltungen aus, die wir zur Welt einnehmen können:
eine spirituelle (oder religiöse), eine ästhetische, künstlerische - und die materielle, die wissenschaftliche Haltung.

Wir können drei Arten von Feuer erkennen, die Glut, die Flammen und das Licht.
Auf das Tai Chi übertragen bedeuten diese drei Möglichkeiten:
Kampfkunst, als ein bewußter und spielerischer Umgang mit der Wut, unserer elementaren Lebensglut.
Die Flammen als zweites - der grosse Regenbogen unserer 'Emotionen' (auf deutsch Bewegungen also),
die unser Körper auszudrücken in der Lage ist.
Tai Chi ist eine Möglichkeit, Harmonie und Schönheit zu empfinden, wenn Energie fließt...
Das dritte ist, um im Bild zu bleiben, das Licht der Bewußtheit, Wachheit, Aufmerksamkeit... der Beobachter -
unser Körper ist ein Tor zur inneren Welt, daher ist Tai Chi auch eine zur Meditation geeignete Technik.

Allgemein gesprochen können wir Tai Chi als eine stille, fließende Bewegungsform beschreiben,
die neben dem gymnastischen Aspekt vor allem als Methode zum Ausgleich des inneren Energieflusses geeignet ist.

Der spielerischer Umgang mit den entspannenden Bewegungen des Tai Chi Chuan eröffnet uns
eine erste Ahnung von wei-wu-wei, tun durch nicht-tun, dem zentralen Aspekt des TAO.

 

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Zur Alchemie - die Eins

Alchemie meint: Transformation von Energien. Die ultimative, die letzte und erste Transformation von Energie also,
ist die vom ersten Zentrum unseres Körpers zum letzten - von unbewußter Wut und Aggressivität,
unserem elementaren Überlebensimpuls, zu bewußtem Sterben, zum Erwachen des Buddha, des Christus in uns.
Als physischer Körper leben wir im Energiefeld der Gravitation.
Unser Körper ist ein Ausdruck der Intelligenz des Lebens im Kräftefeld der Gravitation.
Im Tai Chi ergründen wir in unendlichen Variationen, wie unser Körper mit oder gegen die Schwerkraft fließt.
Wir sind schwer, wenn wir in einem Zustand leben, der gegen die Schwerkraft geht - wir kämpfen.
Erlauben wir dem Körper, mit der Schwerkraft zu sein, entdecken wir Leichtigkeit, Schwerelosigkeit...
Loslassen und Fallenlassen sind daher wichtigste Haltungen in der Tai Chi Praxis.
Körper und Buddha sind also eins, oder besser gesagt 'nicht-zwei'.

Männlich und Weiblich - die Zwei

Energie hat zwei offensichtliche Erscheinungsweisen in Zeit und Raum: den Impuls und den Fluß.
Im Blitz wandelt sich Energie im Moment, im Nu. Wenn eine Glühbirne leuchtet, fließt Strom kontinuierlich.
Unser Körper hat zwei unterschiedliche Muskelsorten, die mit längs- und die mit quergestreiften Muskelfasern.
Die eine kann lange tragen, wie die Rückenmuskulatur. Die andere kann kurzfristig stark belastbar sein,
z.B. die Arm-Muskulatur. Frauen können mehr Dauerleistungen ausführen,
Männer können im Moment größere Energie abgeben... .
Beide Facetten sind Möglichkeiten ein und desselben Körpers.

Der Fluß - die Drei

Energie hat drei Aspekte: plus und minus im statischen Zustand, und 'plusminus' im fließenden Erscheinen.
Der Körper nimmt Energie auf (-), d.h., der Körper ist nach innen hin aktiv, nach aussen hin passiv.
Der Körper gibt Energie ab (+), d.h. er ist nach innen hin passiv, nach aussen hin aktiv.
Der Körper kann Energie wandeln (-+), dann ist der Körper weder aktiv noch passiv...
Unsere alltäglichen Bewegungsmuster sind auf plus oder minus hin polarisiert
und stehen scheinbar sich einander ausschließend gegnüber.
Deswegen üben wir im Tai Chi den dritten Zustand, Impuls und Haltespannung.

Die Elemente - Die Zwei und die Drei

Der Kreislauf von Energien innerhalb des 'body-mind-Komplexes' wird traditionellerweise
mit der Fünf-Elemente-Lehre dargestellt. Die chinesische unterscheidet sich von der indischen, diese wiederum
von der altgriechischen, so wie sie in Europa überliefert wurde. In einem neutralen Konzept lassen sich
die fünf Elemente als fünf elementare Raum-Achten in den Grundstrukturen der Bewegungen
des menschlichen Körpers in Raum und Zeit erfahren.
Die Bewegungsformen des physischen Körpers laufen parallel zu den fünf Bausteinen der Musik,
als der Lehre von den elementaren Bewegungsformen der Seele...

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